_ Salle des Pères | Ulrike Grossarth

Salle des Pères

 

Ausgangspunkt ist die Arbeit 'La Salle Blanche' von Marcel Broodthaers. Sie stellt die Rekonstruktion eines Teils seiner Wohnung in Brüssel dar, in der der Künstler 1968 sein „Musée d’Art Moderne, Département des Aigles, Section 19ième siècle“ eingerichtet hatte. Die Rekonstruktion entstand 1975, kurz nach einem Aufenthalt des Künstlers beim DAAD in Berlin. „Zu Broodthaers’ Zeiten operationales Element im Dienst eines Diskurses der Transparenz“, wählte ich ihn als ‚Meditationsraum’, an und in dem ich meinen Weg in der bildenden Kunst überdenken konnte.

Als Abschluss eines Durchgangs durch das kunstgeschichtliche Erbe einer mich bestimmenden Linie, die von Duchamps über Magritte zu Broodthaers führt, habe ich die architektonische Hülle der Salle Blanche, mit einigen Abweichungen noch einmal rekonstruieren lassen, um darin das ‚Museum der Väter’ anzulegen.

Der textualen Auskleidung mit Begriffen aus der Malerei durch Broodthaers in der 'Salle Blanche' antworte ich mit Werkzeugen aus den Zeichnungsbänden der Enzyklopädie Diderot & d’Alembert. Diese Instrumente lassen Körper und materielle Verdichtungen, die damit bearbeitet werden könnten, ‚erscheinen’, d.h. die Werkzeuge der Analyse rufen gleich die Anschlussmedien hervor, wenn auch noch im unsichtbaren Aggregat.

Übergroße Schatten von Königen aus dem allegorischen Kanon des 17. Jahrhunderts von Cesare Ripa an den Wänden, sowie zwei Reliefs der Köpfe von Marcel Duchamp und René Magritte, die an der Stelle angebracht sind wo bei Broodthaers die Stucklöwen hängen, runden die Thematik ab.

Die 'Salle des Pères' kann betreten und dadurch auch körperlich erfahren werden.