_ BAU I | Ulrike Grossarth

BAU I

Berlin 1989-1997

Das Ensemble BAU I ist das Ergebnis jahrelanger Studien zu den Fragen von unbewegten Gegenstandskörpern. Die Grundformel zu BAU I entstand aus einer Handlung, indem ich mehrere Dinge, die auf einem Tisch vor mir standen so zueinander ordnete, dass sie sich gegenseitig physisch berührten, d.h. sie wiesen sich gegenseitig ihren Platz aufgrund ihrer faktischen Körperlichkeit zu.
In meiner Anwendung habe ich dann sowohl auf solitäre Setzungen und Vereinzelungen verzichtet, da es den Gegenständen Objektstatus gegeben hätte, als auch auf den definierten Zwischenraum, durch den sich Bedeutung und Symbolisierung ergibt.
Indem ich die Gegenstände als ‚Kollektive’ zusammengeführt, besser zusammengeschoben, habe, widerstehen sie der Funktion, Darsteller, Projektionsflächen oder Symbole zu sein.
Durch das unterschiedslose, mengenhafte Stehen werden sie zu einer Art ausgedehnter Masse, zur ‚res extensa’, die eine ausgesprochene Einzelbewegung, z.B. das Herausnehmen eines Gegenstandes oder Vergleiche sinnlos erscheinen lassen.
Ich begann 1990 mit einer Untersuchung zur Frage des Objektbegriffs im 2O. Jahrhundert:
von Duchamps’ industriellem Produkt als Fertigware bis hin zum Kultischen des Warenfetischs und dem Status des Objektes als Zeichen und Code.                                 
Mich interessierte allerdings eine Art der Intervention, die den Raum vom Gegenstand ununterscheidbar werden lässt, um damit Wahrnehmungs- und Erfahrungsweisen zu schaffen, die nicht auf der Trennung beider Aspekte beruhen.
 

 

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